DER BÜRGERMEISTER DER GEMEINDE OBERAUDORF

Corona. Maßnahmen der Gemeinde Oberaudorf.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Sie fragen sich vielleicht welche Maßnahmen die Gemeinde in Bezug auf Corona unternimmt. Dazu möchte ich Ihnen heute einen kurzen Überblick geben.

Maßnahmen im Rathaus und den angeschlossenen Stellen

Wir haben im Rathaus, der Kläranlage und den Gemeindewerken einen an die Corona Pandemie angepassten Arbeitsplan entwickelt. Wir haben alle Abteilungen getrennt. Bei einem positiven Corona Fall in einer unseren Abteilungen, bleibt somit immer ein Teil der Abteilung funktionstüchtig. Dies wurde durch räumliche Trennungen und durch Schichtarbeit erreicht. Die Maßnahmen können zur Folge haben, dass Sie Ihren Sachbearbeiter unter Umständen nicht mehr am gewohnten Platz, oder zur gewohnten Zeit erreichen. Wir bitten dies zu entschuldigen.  An dieser Stelle möchte ich mich aber auch bei der Belegschaft bedanken, die die Maßnahmen mitträgt und durch ungewöhnliche Arbeitszeiten vollends unterstützt. Wir haben zudem das Online Angebot des Rathauses ausgebaut. So können viele Amtsgänge von zuhause erledigt werden: https://www.rathaus-oberaudorf.de/rathaus-service-portal. Das Rathaus an sich bleibt bis auf weiteres zu den gewohnten Stunden geöffnet, da wir mehr Risiko im Abholungsverkehr am Eingang sehen, als wenn wir Sie in unseren Räumen, die durchgängig mit Plexiglasscheiben gesichert sind, bedienen.

Die Gemeindefinanzen sind in diesen Zeiten ebenfalls ein bestimmendes Thema. Wir haben durch die Streichung des Kindergartenneubaus und den Neubau der Rosengassenbrücke frühzeitig in der Krise große Kostenstellen im Haushalt reduziert. Dies war in der Rückschau zwingend notwendig. Alleine bei Umsetzung einer der beiden Maßnahmen hätten wir momentan vor großen, wenn nicht unlösbaren finanziellen Problemen gestanden. Aber auch ohne diese Maßnahmen beobachten wir im Moment einen signifikanten Einnahmenrückgang, dem wir gerecht werden müssen. Das heißt, auch die Gemeinde wird in den nächsten Jahren noch mehr auf jeden Euro achten müssen, wir sind aber auch gefordert. Es gilt jetzt durch sinnvolle Gewerbeneuansiedlungen die Gemeindefinanzen aufzubessern. Bisher bewegte sich die Gemeinde bei den Gewebeeinnahmen auf Platz 39 der 46 Gemeinden im Landkreis. Dieses strukturelle Problem kommt in der Krise voll zum Tragen und muss gelöst werden.

Maßnahmen in der Schule

In den Herbstferien haben wir das digitale Angebot in der Schule deutlich erweitert. So sind in den meisten Klassenzimmern Beamer und digitale Dokumenten Projektoren verbaut worden. Zudem erhält die Schule in Zukunft einen schnelleren Internetzugang. Diese Maßnahmen sollen die Hinzunahme von digitalen Elementen in der Lehre erleichtern, die ggf. auch bei einem lock-down im privaten Bereich fortgesetzt werden können. Um den Zugang zur digitalen Lehre auch für die Eltern zu erleichtern, die entsprechende Endgeräte nicht zur Verfügung haben, beschaffen wir gerade Leihgeräte um auch hier für einen etwaige lock-down gewappnet zu sein. In Ergänzung sind im Moment CO2 Ampeln für alle Klassen im Zulauf, um die Lüftungsintervalle bedarfsgerecht steuern zu können.

Maßnahmen im Kindergarten

Im Kindergarten werden aktuell ebenfalls CO2 Ampeln beschafft. Wir haben zudem den Betrieb an die Stufe 3 des Hygienekonzeptes des Landkreises angepasst. Diese besagt, dass weder Gruppen zusammengefasst werden dürfen, noch Kinder, oder Betreuer, zwischen den Gruppen wechseln dürfen. Dies stellt uns personell vor unlösbare Probleme, da allein die Einführung der Stufe 3 einen erhöhten Personalaufwand bedeutet. Die Aufstellung eines adäquaten Betreuungsplans ist daher eine fortwährende und anspruchsvolle Aufgabe. Erschwert wird die Situation zudem durch die Tatsache, dass seit Beginn des Kindergartenjahres vier Betreuerinnen aufgrund Ihrer Schwangerschaft ein Betretungsverbot in unseren Einrichtungen haben. Die Folge ist leider eine momentane Reduzierung der Betreuungszeiten. Leider gibt es im personellen Bereich keine Unterstützung durch den Freistaat. Demzufolge suchen wir intensiv nach neuen Erzieherinnen und Erziehern und bitten dringend um Bewerbungen.

Maßnahmen im Tourismus und dem Gewerbe

Seit Beginn der Corona Krise treffe ich mich in engen Abständen mit Vertretern des Bunds der Selbstständigen Oberaudorf und Kiefersfelden, sowie mit dem Tourismusförderverein Oberaudorf und Kiefersfelden. Ziel ist es gestärkt aus der Krise zu gehen, Schwächen in Oberaudorf zu detektieren und tragfähige Konzepte im Bereich des Tourismus und der Gewerbe zu entwickeln. Ich bin in diesem Zusammenhang den Vorständen der Vereine, Frau Simone Berger und Herrn Mathias Knöckl äußerst dankbar, die sich in vielen Stunden Arbeit für die zukünftige Entwicklung ihrer Branchen einsetzen. Kleine Ergebnisse der Zusammenarbeit sind z.B. die Gutscheinaktion „Mia hoitn zam“, der Sportlerweg, den wir im nächsten Frühjahr einweihen werden, die Beschaffung von einheitlichen Gesichtsmasken, für Tourismus und Gewerbe und die Erstellung eines Werbekonzepts für den Wintertourismus in diesem Jahr. Zudem stellt die Gemeinde, seit Beginn der Corona Krise, durch die zentrale Beschaffung von Gesichtsmasken die günstige und sichere Versorgung der Betriebe mit selbigen sicher.  

Maßnahmen im Kulturellen Bereich

Die Gemeinde hat von Anfang der Krise bis heute versucht einen sinnvollen Umgang mit Kulturveranstaltungen zu verfolgen. Wir haben z.B. die Musikfilmtage und das Bauerntheater nicht etwa abgesagt, sondern mit entsprechenden Hygienekonzepten, erfolgreich durchgeführt. Wir sehen Corona in Hinblick auf die Kultur nicht als Ausschlusskriterium, sondern als Ansporn Kultur mit den richtigen Konzepten weiter zu leben. Diesen Pfad werden wir auch nach dem jetzigen lock-down weiterverfolgen. Wir sind bemüht unser Dorfleben so gut es geht weiter zu erhalten, ohne Einzelne oder Gruppen in Gefahr zu setzen.

Dies ist eine kleine Zusammenschau dessen, was wir im Rathaus umzusetzen. Die Krise ist für uns aber natürlich auch neu. Wenn Sie also Vorschläge haben, was man noch bzw. besser tun könnte, sind wir über Hinweise dankbar.

Viele Grüße und bleiben Sie gesund,

Prof. Dr. Matthias Bernhardt

1.Bürgermeister